10
Jul
2019

"Weltkongress" der Murnau-Werdenfelser

"Weltkongress" der Murnau-Werdenfelser

Murnau Werdenfelser – robust.langlebig.besonders

Anfang Juli kamen über 250 Züchter und Förderer der Rasse Murnau-Werdenfelser an die Besamungsstation Greifenberg zum „Abend der Murnau Werdenfelser“ und nahmen hierfür teils sehr weite Anreisen in Kauf. In den letzten Jahren nahm der Bestand der Murnau-Werdenfelser Zuchtkühe wieder etwas zu. Auf die große Nachfrage deutete auch der starke Besuch hin. So konnten mehr Besucher begrüßt werden als es Kühe in der Milchleistungsprüfung gibt.

Anlass dieser Veranstaltung war, dass sich zu diesem Zeitpunkt fünf Bullen der Murnau-Werdenfelser Rasse an der Station befanden. Diese entstammten allesamt dem ET- Projekt basierend auf der Doktorarbeit von Dr. Regina Thum zur „genomunterstützten Inzuchtvermeidung und Selektion neuer Bullenlinien“. Im Zuge des Projektes kamen bis jetzt sechs Bullen in den KB-Einsatz in Greifenberg.

Bevor es zu den Fachvorträgen im Festzelt ging präsentierte Stationsleiter Helmut Goßner unser Motto „Qualität und Vielfalt“ mit einer Reihe ausgewählter top Bullen verschiedenster Rassen. Die Hauptakteure an diesem Abend waren jedoch die fünf Murnau-Werdenfelser Bullen: Xylon (Zü.: Andreas Wittig, Mittenwald), Nebel (Zü.: Josef Jais, Eschenlohe), Bergwind (Zü.: Maria Mangold, Uffing) sowie Alpspitz und Adler (Zü.: Georg Wörmann, Murnau). Dem Publikum im bis auf den letzten Platz gefüllten Forum, präsentierten sich die Bullen in bester Kondition, auch wenn es für einige die erste Präsentation war. Im Oktober hinzugekommen ist noch Romanum, ein Roexar Sohn ebenfalls vom Betrieb Witting.

 

Besonderer Dank geht an das Team um den Pschorr-Wirt und Vorsitzenden des Fördervereins Murnau-Werdenfelser Rind Jürgen Lochbihler, dem mit seinem Engagement ein erheblicher Anteil an der Erfolgsgeschichte „Erhalt des Murnau-Werdenfelser Rindes“ zugeschrieben werden kann. Das Pschorr-Team servierte Schmankerl dieser Rasse und verlieh so dem Abend einen besonderen Glanz.

Nach der exzellenten Stärkung führte Bernd Luntz von der LfL, ein weiter wichtiger Unterstützer der Rasse, nach Grußworten des Leitenden Ministerialrates Maximilian Putz und des Garmischer Landrats Anton Speer, durch den Abend. Es wurde die Einzigartigkeit des Kulturgutes MW-Zucht für die Region und den Freistaat Bayern explizit hervorgehoben. Die Verantwortung der bayerischen Staatsregierung wurde in der Unterstützung personeller und finanzieller Art verdeutlicht.

Murnau-Werdenfelser setzt Maßstäbe – die am dichtesten genomisch untersuchte Rinderrasse & 100% zufriedene Züchter

In gemeinsamen Projekten von der Besamungsstation Greifenberg, der Weilheimer Zuchtverbände, der LMU der FH Weihenstephan, dem Institut für Tierzucht von der LfL und den Förderern der Rasse wurde unser Ur-Vieh in den letzten Jahren intensiv wissenschaftlich begleitet. Einige Ergebnisse hierzu wurden am Festabend präsentiert. Zum einem von Dr. Regina Thum die nochmals ihr Projekt zur Inzuchtvermeidung vorstellte und dessen Endergebnis wir in der Bullenpräsentation bewundern konnten. Zum anderen Nathalie Ritter, die sich im Rahmen ihrer Masterarbeit ebenfalls mit dem Murnau-Werdenfelser Rind befasste. 180 Tiere wurden im Exterieur bewertet und zudem Befragungen bei den Landwirten durchgeführt. Mit dem beeindruckenden Ergebnis: 100% sind mit der Fitness und Gesundheit ihrer Rasse zufrieden! Der frühere Zuchtleiter Dr. Hans-Dieter Link der Weilheimer Zuchtverbände bereicherte den Festabend mit Anekdoten und Fotos aus seiner Zeit mit dem bayerischen Kulturgut auf vier Beinen.

Besonderer Dank geht an dieser Stelle auch an die Züchter, die mit ihrem Einsatz und ihren Betrieben das ET-Projekt unterstützt haben und so einen wichtigen Beitrag zur Linienvielfalt dieser besonderen Rasse geleistet haben. Fachberater Manfred Kinzelmann ehrte hierzu zum Abschluss noch die beiden Züchter Dr. Hans Zahn/Peiting und Roman Martin von der Zwick GbR/Ingenried und Franz Greinwald vom LKV Bayern für ihren Einsatz im Bereich der Herdebuchführung. Georg Wörmann/Murnau, Maria Mangold/Uffing und Georg Schlickenrieder/Otterfing hatten die Ehrungen schon zu einem früheren Zeitpunkt erhalten.

 

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