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01.10.2014
Abendstimmung mit Prinz-Töchtern
Abendstimmung mit Prinz-Töchtern

Nachzuchttour Prinz und Jaguar

Am 23.09.2014 fand eine Nachzuchtbesichtigung der Bullen Jaguar und Prinz statt, die von dem Zweckverband II in Greifenberg ausgerichtet wurde. Beide Bullen konnten in der August-Zuchtwertschätzung mit den ersten Töchterergebnissen sehr positiv auf sich aufmerksam machen, so dass die Nachzuchtbesichtigung auf ein breites Interesse aus dem In- und Ausland gestoßen ist. U.a. nahmen Besucher aus Österreich, Italien und den Niederlanden teil.

 

Zunächst wurden an der Besamungsstation in Greifenberg die beiden Stiere Prinz und Jaguar gezeigt, die sich sehr gut präsentierten. Daneben konnten u.a. Harrison, ein Harley-Sohn aus Rinha, der Halbschwester von Prinz, sowie der Jaguar-Sohn Jeroen, der Hornlosvererber Viking Pp und auch Altstar Huray besichtigt werden, der gerade erst vor ein paar Tagen seinen 12. Geburtstag feiern durfte.

 

Jaguar


Insgesamt wurden 7 Jaguar-Töchter in 7 verschiedenen Betrieben gezeigt. Darüber hinaus konnten auf dem Betrieb Ostenried, dem Züchter von Jaguar, eine große Zahl von Jaguar-Jungrindern und die Halbschwester Monic besichtigt werden. Allein das Bild dieser sehr einheitlichen Gruppe auf dem Herkunftsbetrieb von Jaguar war beeindruckend. Auch Jaguar’s Mutter Mona lebt noch, befindet sich derzeit allerdings auf einem anderen Betrieb und wird für ET verwendet.

 

Die 7 laktierenden Jaguar-Töchter befanden sich größtenteils seit 3-5 Monaten in Milch und zeigten eine sehr gute Leistungspersistenz, was schon einmal hervorzuheben ist. Sie waren zumeist mittelrahmig bis gut mittelrahmig und präsentierten korrekte Übergänge in den einzelnen Körperpartien. Die Besitzer berichteten, dass sich die Jaguar-Töchter während der Laktation kontinuierlich weiterentwickeln. Auffallend war die Stärke in der Vorhand; sehr robuste, aber trotzdem milchtypische Kühe mit guten funktionellen Eigenschaften. In der Oberlinie war eine leichte Variation zu erkennen, der Schwanzansatz oft etwas höher. Die Becken zeigten eine gewünschte Neigung und waren lang und breit ausgeprägt. Der Umdreher war vereinzelt etwas weiter hinten gelagert. Die Hinterbeinwinkelung zeigte sich bis auf eine Ausnahme sehr korrekt; die Sprunggelenke waren etwas grobknochiger, aber ebenfalls nicht zu beanstanden. Auffällig die fast immer sehr straffe Fessel und hohe Trachten. Das Voreuter zog sich schön in die Bauchdecke und war lang und fest angesetzt. Im Hintereuter fehlte dagegen etwas die Länge und Breite. Das Zentralband war deutlich ausgeprägt und der Euterboden hoch angesetzt. Die Striche wiesen die erwünschte Länge auf und zeigten eine korrekte Platzierung. Besonders markant war auch die Drüsigkeit der Euter.
Jaguar, der bereits als Jungbulle mit seinen genomischen Zuchtwerten stark eingesetzt wurde, und ausgezeichnete Abkalbewerte aufweist, konnte seine ohnehin schon guten Exterieurwerte in der August-Zuchtwertschätzung in allen Hauptmerkmalen verbessern. Die während der Tour besichtigten Jaguar-Töchter bestätigten vollauf die hervorragende Funktionalität der Kühe. Typen, die einfach zu managen sind und bei leicht überdurchschnittlicher Einsatzleistung eine sehr gute Persistenz demonstrieren und gut wieder aufnehmen.

 

Jaguar sollte sich mit seinen Allroundqualitäten sowohl in der Reinzucht als auch für Kreuzungsbesamungen sehr gut eignen. Er kann zudem besonders für Rinderbesamungen empfohlen werden.

 

Prinz


Einen komplett anderen Typ zeigte die Nachzuchtgruppe des Bullen Prinz, wobei dies vollkommen wertfrei verstanden werden sollte, und lediglich zu einer anderen Anpaarungsempfehlung führt.

 

Die insgesamt 9 Prinz-Töchter zeigten sich sehr einheitlich im Typ, rahmig mit einer enormen Länge, tiefer Rippe und elegantem Körperbau.  In der Vorhand bestätigte sich der deutlichere Milchtyp, aber noch bei ausreichend Stärke. Die Oberlinie war überwiegend korrekt; die Becken zeigten eine leichte Tendenz zum ebenen Becken, waren aber sehr lang ausgeprägt. Die Beckenbreite variierte leicht, war insgesamt aber überdurchschnittlich. In der Seitenansicht war die Tendenz zum steileren Hinterbein deutlich sichtbar, während in der Hinteransicht die parallele Stellung der Hinterbeine gefallen konnte. Die Sprunggelenke waren ordentlich ausgeprägt, und auch Fessel und Trachten zeigten keine Schwächen. Die zumeist drüsigen Euter hätten im Voreuterbereich durchaus noch länger und besser in die Bauchdecke eingebunden sein können. Die Hintereuter waren jedoch lang und breit genug, und vor allem hoch aufgehängt. Der Euterboden befand sich im durchschnittlichen Bereich, was im Hinblick auf die sehr hohe Leistungsbereitschaft beachtlich ist. Das Zentralband war vor allem im Hintereuterbereich nicht immer ganz klar ausgeprägt, und die etwas längeren Striche zeigten zumeist eine Tendenz leicht nach außen gehend.

 

Als Abschlussbild des Tages wird sicherlich allen Teilnehmern die Präsentation der 7 Prinz-Töchter, der Prinz-Mutter Rikone und der Schwester Rinha in Erinnerung bleiben, die auf der Wiese vor dem Stall des Zuchtbetriebes der Schwayer-Hofer GbR in Lauchdorf in einer Reihe angebunden waren: Eine ausnehmend einheitliche Gruppe, die die Vererbungsstärke von Hucos-Tochter Rikone, die mittlerweile ihr 7. Kalb erwartet, hervorragend widerspiegelte. Interessant auch die Aussage des Betriebsleiters, dass in dem 230-Kuhbetrieb, in dem 2/3 Braunviehkühe stehen, keine Kuh wegen ihrer braunen Farbe bevorteilt wird, sei sie auch noch so schön im Typ. Alle Kühe müssen sich durchsetzen können, leisten und funktionell sein, was auch an der durchschnittlichen Einsatzleistung von 32 l bei einer extrem geringen Streuung bei den Prinz-Töchtern ersichtlich war. Insofern sind die Vererbungsqualitäten von Prinz in puncto Milchmenge und ausgewogenen funktionellen Eigenschaften nicht verwunderlich.

 

Prinz entstammt einer sehr interessanten Linienkombination (Preset x Hucos x Pronto) und bietet so für viele Reinzuchtbetriebe eine echte Alternative zur aktuellen Blutführung. Er konnte seinen leicht unterdurchschnittlichen, genomisch basierten Euterzuchtwert mit den ersten Töchtern in der August-Zuchtwertschätzung klar um 15 Punkte steigern. Prinz ist ein Bulle, der sich sehr exakt mit seinen besonderen Stärken in der Leistungsvererbung bei guter Funktionalität, der Verbesserung im Rahmen und in der Körperlänge und den zu beachtenden Punkten in der steileren Hinterbeinwinkelung, der Strichausrichtung und in der etwas unterdurchschnittlichen Melkbarkeit anpaaren lässt.

 

An dieser Stelle ist allen Betrieben und den Mitarbeitern der Besamungsstation Greifenberg für die hervorragende Präsentation der Nachzuchtgruppen und der Bullen zu danken.  Bei strahlend sonnigem September-Wetter durften wir einen wunderschönen Tag mit bestem Alpenpanaroma genießen. An Tagen wie diesem lieben wir unseren Job doch am meisten!

 

Frank Stumpenhusen, Spermex

Jaguar-Tochter Felli Zü: Obermeier, Steingaden/Kuchen 3 PM 26,9 kg MV: HucosJaguar-Tochter Jolli Zü: Köpf,Füssen 1 PM 26,2kg MV: HurayJaguar-Tochter Bella Zü: Kögel, Thal 100T 2.778kg MV: HusirJaguar-Tochter Havesta Zü: Ostenried, Leinau 100T 3.095kg MV: Huray
Prinz-Töchtergruppe bei Schwayer u. Hofer GbR, Lauchdorf
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