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Vassli-Tochter Romanze
Vassli-Tochter Romanze

Zuchtwertschätzung Braunvieh April 2017

Bei der aktuellen Zuchtwertschätzung am 5.April wurden wieder kleine Anpassungen vorgenommen. Bei der Basisanpassung verloren die Braunviehstiere beim GZW 1,2 durchschnittlich Punkte und beim MW 0,9 Punkte. Dennoch konnten sich die gefragtesten geprüften Vererber in ihren Zuchtwerten bestätigen

Die drei Listenführer der Dezember Zuchtwertschätzung tauschten im April die Plätze durch. Neu an der Spitze ist der Payssli Halbbruder VASSLI, er erzielt nun einen GZW von 133 (+2) und einen MW von 130 (+1) Punkten. In der Milchleistung legte er auf 1.340 kg Milch zu. Bereits 595 abgeschlossene Erstlaktationen und 40 Zweitlaktationen sichern diese Zuchtwerte ab. Auch in den Fundament- und Euternoten konnte er jeweils nochmals 2 Punkte zulegen. 213 bewertete Vassli-Töchter bestätigen die hohen Werte durch ihre langen und breiten Eutern mit bester Anbindung sowie idealer Strichstellung. Die Oberlinie (92), die Strichdicke (79) und die eher ansteigenden Becken (90) sollten allerdings bei der Anpaarung berücksichtigt werden.

Harley-Tochter Rojaley 2.Lak
Harley-Tochter Rojaley 2.Lak

Hinter Vassli reiht sich der kompletteste Huray-Sohn HARLEY ein. Von ihm laufen derzeit große Töchterzahlen aus dem Wiedereinsatz auf, und so wird der GZW 130 und der Milchwert 125 von 1093 melkenden Töchtern abgesichert. Harley zeichnet sich durch leistungsbereite, fitnessstarke und unkomplizierte Produktionskühen aus. Die flotte Melkbarkeit (111) und zugleich überdurchschnittliche Zellzahl (109), sowie die hervorragende Persistenz (114), mach Harley zu einem interessanten Fitnessbullen. Die gute Kälbergesundheit unterstreicht der Vitalitätswert von 111. Bei einer starken Milchproduktion (+1.160 kg) zeigen die Kühe immer noch genügend Substanz (Bemuskelung 102). Gerade diese aufgeführten Merkmale machen Harley zu einem beliebten Stier in den Braunviehbetrieben. Bei der Anpaarung sollten lediglich die nicht ganz klaren Sprunggelenke sowie der etwas knappere Eutersitz beachtet werden.
Mit GZW 130 (-2) und Milchwert 124 (-1) kann VANPARI die Werte der Dezemberschätzung weitestgehend halten. Die Vererbungsschwerpunkte liegen besonders bei den Inhaltsstoffen (Fett +0,17; Eiweiß +0,07) sowie den fest angesetzten Eutern. Der mittlere Körperbau und die etwas schmäleren und ebenen Becken sollten bei der Anpaarung allerdings nicht vernachlässigt werden.

Hidalgo-Tochter Feuer
Hidalgo-Tochter Feuer

Top-Bullen bestätigen sich

HIDALGO konnte seine positive Entwicklung fortsetzen. War er im Dezember 2016 mit wenigen abgeschlossenen 100-Tage Leistungen noch relativ unsicher, bestätigt er seine Zuchtwerte nun mit einer Verdopplung der Töchterzahl. 117 melkende Tiere sichern die Leistungsbereitschaft der Hidalgo-Töchter (+1040kg ZW-Milch) bei schwächerem Fettgehalt ab. Mit einer Beckennote von 124 (+3) gehört Hidalgo zu den momentan stärksten Beckenvererbern der Braunviehzucht. Die körperstarken Töchter sind mit einem korrekten Fundament sowie optimal ausgeprägten Eutern ausgestattet, die im Hintereuter etwas breiter sein könnten. Der ebene Euterboden sowie die optimal ausgebildeten und gestellten Striche dürften ihn speziell für AMS-Betriebe sehr interessant machen. Die hohen funktionellen Fitnessmerkmale unterstreichen einmal mehr die Vorzüge der Mutterlinie vom Betrieb Hindelang in Uffing. Gerade die niedrigen Töchterzahlen von Hussant und Emerog machen Hidalgo oftmals zu einem passenden Paarungspartner. Einzig die Anpaarung auf Kalbinnen sollte mit Hidalgo gemieden werden.

Vintage-Tochter Corinna
Vintage-Tochter Corinna

Als durchwegs positiv kann auch die Entwicklung des Vincent-Sohnes VINTAGE bezeichnet werden, von dem nun 341 Töchter in die Zuchtwertschätzung einfließen. Er steigt im GZW auf 124 (+1) Punkte und im MW auf 125 (+1) Punkte. Ein weiterer Anstieg in der Inhaltsstoffvererbung bei gleichbleibend hoher Leistungsbereitschaft, Melkbarkeit, Eutergesundheit und flacher Laktationskurve machen ihn zu einem Bullen für alle Betriebssysteme. Auch in den Exterieurmerkmalen zeigt er ein sehr ausgeglichenes Vererbungsbild. Seine Töchter präsentieren sich mit viel Körperkapazität, funktionellen Fundamenten und hoch angesetzten, flachen Eutern. Vintage ist ein Bulle, der breit eingesetzt werden kann.

Emsland PS-Tochter Gloria Pp
Emsland PS-Tochter Gloria Pp

Stabile Zuchtwerte bei den Altbullen

Wenige Veränderungen ergaben sich bei den weiteren Bullen im Angebot, die zum Teil bereits sehr hohe Töchterzahlen vorweisen können. Leicht zulegen konnte der schweizer Vigor-Sohn ANIBAL, der im GZW auf 124 (+2) und im MW auf 115 (+2) steigt. Seine überragenden Exterieurzuchtwerte sichern über 300 bewertete Töchter ab, die sich mit langen Becken, stabilen Fundamenten und straff aufgehängten Eutern präsentieren.
Ebenfalls ein Vigor-Sohn ist der Bulle VISCONTI, der im GZW auf 122 und im MW auf 115 stiegt. Ein stärker negativer Fettgehalt verhindert trotz hoher Leistungsbereitschaft (+950kg ZW-Milch) einen weiteren Anstieg in den Zuchtwerten. In Sachen Nutzungsdauer (119), Persistenz (116) und Eutergesundheit (111) kann Visconti als Spezialbulle bezeichnet werden. Seine Töchter zeigen zudem ein enormes Steigerungspotenzial von der ersten zur dritten Laktation mit gut +1100kg Milch. Dies ist ein Zeichen für die gute Stoffwechselstabilität der Visconti-Töchter. Auch in Fundament und Euter beweisen seine Töchter Haltbarkeit, was die Drittkalbsbewertung unterstreicht.
Wer auf Nutzungsdauer, Haltbarkeit und Fruchtbarkeit setzt, ist mit dem natürlich hornlosen, töchtergeprüften EMSLAND PS bestens bedient. Seine Töchter steigern sich von der ersten zur dritten Laktation um über +1500kg Milch und überzeugen auch nach dem dritten Kalb mit einem unverbrauchten Exterieur.
Unverändert bleiben die beliebten Rinderbullen PUCK und JOEY in ihren Zuchtwerten.

Vip-Mutter 969 2.Lak
Vip-Mutter 969 2.Lak

Genomische Jungvererber

Mit HUMAN kommt der zuchtwertstärkste Sohn des Leistungsvererbers Husold in den Jungvererbereinsatz. Leistungsstärke kennzeichnet auch die genomischen Zuchtwert von Human, der zudem mit einem hervorragenden Fitnessblock glänzen kann. Auf der Mutterseite findet sich die mit 89 Punkten bewertete Vasir-Tochter Karina, die ihre Vererbungskraft bereits auf der weiblichen Seite unter Beweis stellen konnte. Ihre Prejula Tochter Kerstin überzeugt mit einer Erstlakatation von über 8.000kg Milch und Top-Exterieur mit EX 90 für Euter. Also beste Voraussetzungen für den Jungbullen Human in die erfolgreichen Fußstapfen seiner weiblichen Verwandtschaft zu treten.
Mit VIP kommt top-aktuelle Genetik der Extraklasse in den Jungvererbereinsatz, denn sein Vater Vintage befindet sich aktuell im Wiedereinsatz. Auf der Mutterseite steht die enorm körperhafte sowie fundament- und euterstarke Vasir-Tochter 969, die bei einer Durchschnittsleistung von knapp 10.000kg Milch mit 4,23% Fett und 3,65% Eiweiß glänzt.

Vip selbst überzeugt mit hohen genomischen Zuchtwerten für Leistungsbereitschaft bei positivem Eiweißgehalt und Fitness. Im Exterieur dürfte die Eutervererbung zu seinem Steckenpferd werden.
Vom Zuchtwertanstieg seines Vaters Vivid, einem italienischen Vigor-Sohn mit knapperer Melkbarkeit, profitiert VIORI, der nun bei GZW 126 und MW 123 steht. Durch die Kombination mit Viori-Mutter Zulu, einer Juleng-Tochter, kann Viori jedoch auch in der Melkbarkeit überzeugen. Zulu ist eine enorm kalibrige Kuh, mit breitem Becken und viel Rumpftiefe. Das Fundament ist optimal gewinkelt und sauber ausgeprägt. Bei den Eutermerkmalen fallen der Eutersitz sowie die optimal ausgebildeten Striche positiv ins Auge. Viori stammt zudem aus einer enorm langlebigen Linie mit Juleng (5 Kälber), Prego (5), Pronto (7), Huvic (9) und Sist (8).

 

Prüfeinsatz, Motor der Zucht

 

Prüfbullen sind die Jungvererber von morgen und die töchtergeprüften Bullen von übermorgen. Aus diesem Grund möchten wir auch auf das monatlich wechselnde Angebot an Prüfbullen hinweisen, da aus diesem ungelenkten Einsatz der Informationsrückfluss erfolgt, der zu einer genaueren Einschätzung der genomischen Zuchtwerte beiträgt. Der Prüfeinsatz bietet auch den linienalternativen gezogen Jungbullen mit weniger attraktiven Zuchtwerten die Möglichkeit, ihre Zuchtwerte durch eine überdurchschnittliche Eigenleistung zu steigern.

 

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